Körperorientierte Gruppen-Selbsterfahrung, die Embodiment, Tanz und Reflexion vereint
Self Cont-Act eröffnet einen erlebnisorientierten Raum für Selbsterfahrung und Reflexion. Hier bist Du eingeladen, innezuhalten, neugierig zu forschen und zu mehr innerer Weite, Lebendigkeit und Lebensfreude aufzubrechen.
In unserer Selbsterfahrungsgruppe begleiten wir Dich dabei, durch Embodiment, Tanz und Reflexion eigene Verhaltensmuster bewusst wahrzunehmen – besonders jene, die Dich einschränken oder in Enge bringen. Gemeinsam erforschen wir kreative Möglichkeiten, neue Formen des Erlebens und Handelns zu entwickeln, die Dein Wohlbefinden stärken. Im geschützten Rahmen der Gruppe kannst Du diese neuen Erfahrungen im Kontakt mit anderen erproben, vertiefen und integrieren. So entsteht ein lebendiger Prozess, der Dich unterstützt, mehr Verbindung zu Dir selbst und zu anderen zu erfahren.
Gruppenleitung
Sebastian Müller-Klestil – Psychotherapeut, Integrative Therapie Sonja Regen – Persönlichkeitsentwicklung & BodyMind Movement
Wann & Wo?
Dienstags 14-tägig, 18:30-21:00, in 1070 Wien
Teilnahme für mind. 5 Abende an unserer fortlaufenden Gruppe – Einstieg flexibel möglich
Bei Einstieg am 24.11.26 umfasst Deine Forschungsreise folgende Termine:
Termine: 24.11.26 | 08.12.16 | 22.12.26 | 19.01.27 | 02.02.27 | danach optionale Fortsetzung
Wir achten auf Ernährung, Bewegung und Schlaf, messen unsere Schritte und versuchen, Stress zu reduzieren. Gesundheit ist zu einem individuellen Projekt geworden. Doch eine der wichtigsten Ressourcen für unsere Gesundheit lässt sich weder in Kapseln füllen noch mit einer Smartwatch messen: andere Menschen.
Freund*innen, Familie, Nachbar*innen, eine Tanzgruppe, ein Chor oder ein Verein können weit mehr sein als angenehme Gesellschaft. Die Forschung zeigt deutliche Zusammenhänge zwischen Gemeinschaft und Gesundheit. Soziale Verbundenheit kann unser psychisches Wohlbefinden unterstützen, während chronische Einsamkeit und soziale Isolation mit verschiedenen gesundheitlichen Risiken verbunden sind.
Vielleicht entsteht Gesundheit deshalb nicht nur in uns. Ein Teil davon entsteht zwischen uns.
Der Mensch braucht andere Menschen
Über den größten Teil unserer Entwicklungsgeschichte lebten Menschen in Gemeinschaften. Die Gruppe bedeutete Schutz, Nahrung, Unterstützung und letztlich Überleben. Alleinsein konnte dagegen Gefahr bedeuten. Dieses evolutionäre Erbe tragen wir bis heute in unserem Nervensystem.
Vertraute Menschen können uns Sicherheit vermitteln. Eine bekannte Stimme, gemeinsames Lachen, eine Umarmung oder einfach das Gefühl, irgendwo willkommen zu sein, können Stress reduzieren. Unser Körper reagiert darauf, ob wir uns sozial eingebunden oder ausgeschlossen fühlen.
Eine der bekanntesten Untersuchungen dazu stammt von Julianne Holt-Lunstad und Kolleg*innen. Für eine 2010 veröffentlichte Metaanalyse wurden 148 Studien mit mehr als 300.000 Teilnehmer*innen ausgewertet. Menschen mit stärkeren sozialen Beziehungen hatten demnach eine um etwa fünfzig Prozent höhere Überlebenswahrscheinlichkeit als Menschen mit schwächeren sozialen Beziehungen.
Das bedeutet nicht, dass Gemeinschaft automatisch gesund hält. Die Ergebnisse zeigen aber, dass soziale Beziehungen keineswegs nur ein angenehmes Extra unseres Lebens sind.
Wenn Einsamkeit den Körper belastet…
Wir berühren ständig Bildschirme. Aber immer seltener einander.
Wir kommunizieren über Messenger, reagieren mit Herzen, schicken Umarmungs-Emojis und verbringen Stunden in digitalen Räumen. Und doch fehlt vielen Menschen etwas, das kein Display ersetzen kann: die unmittelbare Erfahrung eines anderen Menschen. Eine Hand auf der Schulter. Eine Umarmung. Eine Berührung, die nichts fordert und trotzdem sagt: Ich bin da.
Berührung ist kein sentimentaler Luxus. Sie gehört zu den grundlegendsten Formen menschlicher Kommunikation. Lange bevor wir sprechen können, verstehen wir sie. Ein Säugling kennt keine Worte für Geborgenheit – aber er kennt Wärme, Haut, Druck und Nähe.
Und auch Jahrzehnte später reagiert unser Organismus darauf.
Die Forschung zu Berührungen und Gesundheit zeigt inzwischen erstaunlich deutlich: Angenehme und erwünschte körperliche Berührung kann Stress reduzieren, Schmerzen lindern und unser psychisches Wohlbefinden unterstützen. Eine große Metaanalyse aus dem Jahr 2024 fand positive Effekte von Berührungsinterventionen auf körperliche wie psychische Gesundheit.
Vielleicht sollten wir Gesundheit deshalb nicht nur über Ernährung, Bewegung und Schlaf definieren.
Vielleicht gehört auch Nähe dazu.
Berührung ist eine Sprache des Nervensystems
Unsere Haut ist nicht einfach eine Verpackung für den Körper. Sie ist unser größtes Sinnesorgan und mit unzähligen Rezeptoren ausgestattet, die Druck, Temperatur, Schmerz und unterschiedliche Formen von Berührung wahrnehmen.
Besonders interessant sind sogenannte C-taktile Nervenfasern. Sie reagieren bevorzugt auf langsame, sanfte Berührungen und stehen mit Gehirnregionen in Verbindung, die an Emotionen und sozialer Wahrnehmung beteiligt sind.
Eine liebevolle Berührung wird deshalb nicht bloß registriert. Sie wird emotional interpretiert. Unser Gehirn fragt gewissermaßen:
Was bedeutet diese Berührung für mich?
Sicherheit? Nähe?…
Kennst du das Gefühl, ständig unter Strom zu stehen? Dein Kopf kommt nicht zur Ruhe, dein Herz schlägt schneller, du schläfst schlecht und selbst kleine Herausforderungen fühlen sich plötzlich überwältigend an. Viele Menschen suchen nach der einen Methode, um Stress abzubauen – und übersehen dabei einen der wichtigsten Akteure unseres Körpers: den Vagusnerv.
Den Vagusnerv aktivieren ist in den letzten Jahren zu einem viel diskutierten Thema geworden. Doch hinter dem Begriff steckt weit mehr als ein Social-Media-Trend. Die Wissenschaft zeigt zunehmend, dass dieser besondere Nerv entscheidend dafür ist, wie wir mit Stress umgehen, wie gut wir schlafen, wie unser Immunsystem arbeitet und sogar, wie wir Beziehungen erleben.
Doch was genau ist der Vagusnerv – und wie kannst du ihn auf natürliche Weise stärken?
Was ist der Vagusnerv?
Der Vagusnerv ist der längste Hirnnerv unseres Körpers. Sein Name stammt vom lateinischen Wort vagus – der Wanderer. Und genau das beschreibt seine Aufgabe perfekt.
Er verbindet das Gehirn mit zahlreichen Organen: Herz, Lunge, Magen, Darm, Leber, Nieren, Kehlkopf, Gesichtsmuskulatur
Er bildet die wichtigste Verbindung zwischen Gehirn und Körper und ist ein zentraler Bestandteil des parasympathischen Nervensystems – jenes Systems, das für Ruhe, Erholung und Regeneration verantwortlich ist. Während der Sympathikus unseren Körper auf Leistung vorbereitet ("Kampf oder Flucht"), sorgt der Vagusnerv dafür, dass wir wieder herunterfahren. Er ist gewissermaßen unser innerer Beruhigungsschalter.
Warum ist der Vagusnerv heute so wichtig?
Unser Nervensystem wurde für kurze Stressphasen entwickelt.
Ein plötzliches Geräusch. Ein Angriff. Eine Gefahr.
Danach folgte Erholung.
Heute erleben viele Menschen jedoch etwas…