Gastbeitrag: Wie Fürsorge uns trägt – das Mütterliche Prinzip in allen von uns
Beim gemeinsamen Werkeln im Garten, Boden bereiten, Pflanzen setzen, Gießen sprudelt dieser Satz aus dem Herzen meines 4-jährigen Sohnes: “Mama, wir sind ja von allen Pflanzen die Mamas!” Ich halte inne und lasse die Weisheit, die in dieser spielerischen Erfahrung liegt, in mir wirken: Im Hegen & Pflegen, in der Fürsorge für das Lebendige sind wir alle verbunden mit dem mütterlichen Prinzip – Frauen, Männer und Kinder.
Dieser Moment bewegt mich weiter und ich erinnere mich an das Interview mit Heide Göttner-Abendroth vom Pioneers of Change Summit im Februar: diese vor Lebendigkeit sprudelnde 75jährige Frau, die ihr Leben voller Begeisterung dem Erforschen des Matriarchats gewidmet hat, fasst wunderbar klar in Worte, worum es in der jetzigen Zeit des Umbruchs geht:
Matriarchale Gesellschaften sind kein umgedrehtes Patriarchat und wollen nicht die Herrschaft über andere. Mütterliche Werte werden von allen gelebt: Gemeinschaft und das Wohlergehen aller stehen im Vordergrund, niemand muss ums Überleben kämpfen.
Für das mütterliche Prinzip ist Frieden wesentlich: wer Kinder aufwachsen sehen will, wer sich die Frage stellt “Dient es dem Leben?” begreift schnell, dass Frieden ein zentrales Anliegen ist.
Dafür muss ich selbst keine Kinder haben – wie die Erkenntnis meines Sohnes auf so wundervoll-kindliche Weise spürbar macht: Fürsorge kann ich ganz unabhängig davon erfahren und leben.
Wenn ich das aktuelle Weltgeschehen als Aufbäumen des Patriarchalen Systems begreife, das um sich schlägt, weil der Umbruch schon so tiefe Risse durch die alten Strukturen zieht, fällt mein Blick auf das, was gedeiht und stärker wird: Frauen kommen in ihre Kraft, lebensdienliche Bewegungen werden stärker und lassen sich immer weniger aufhalten. Und gerade jetzt ist es nicht egal, was wir tun: jede von uns ist bedeutsam in ihrem ganz eigenen Wirken. Lassen wir uns nicht einschüchtern, lassen wir uns nicht in Bequemlichkeit einlullen!
“Wenn wir Zukunft haben wollen, ist sie matriarchal – oder wir haben keine”, sagt Heide Göttner-Abendroth und benennt, was von uns allen (und vor allem uns Frauen) jetzt wirklich gefragt ist: Mut und Handlungsbereitschaft.
Im WOMEN IN THE WOODS Netz leben wir Aktivismus in einer weiblichen Form: Verbundenheit im Frauennetz, einander bestärken, füreinander da sein. In unserem Frauendorf im Wald erwächst aus der Selbstfürsorge die Fürsorge für die Welt. Der rituelle Raum öffnet eine tiefe Verbindung zu unserer Essenz und unserem Seelenweg. Gemeinschaft wird lebendig. Körperlich sinnlich erleben wir unser Verbundsein mit der Natur und all ihren Wesen. Wir lassen uns ein auf wahrhaftige Beziehung, aus der ganz natürlich der innere Same für Fürsorge zu sprießen beginnt.
Von 14. bis 19. Juli werden diese Visionen lebendig und wir kommen zur 12. Rituellen Waldfrauenzeit im NaturHeilRaum in St. Andrä-Wördern (NÖ) zusammen. Spürst du den Ruf? Und wenn du uns und den Ort schon vorher kennenlernen magst: Am 22. Mai und am 12. Juni schenken wir mit den Landpflegetagen im NaturHeilRaum dem Ort unsere Zeit, Liebe und Handlungskraft, der unser Zuhause sein wird während der Woche des 12. Rituellen Frauenfestivals. Wir laden dich ein, in Beziehung zu gehen mit dem Ort und seinen Rhythmen. Seine Schönheit und seine Herausforderungen zu spüren. Im Kreis unserer wachsenden Frauengemeinschaft tätig zu sein. Nach Hause zu kommen – zu dir selbst und zu uns in den Wald.
Foto: WOMEN IN THE WOODS

